Freitag, 14. November 2008

Orientierungslos?

“Orientierungslos? Beim Zuchtverband Miesbach weiß derzeit niemand genau, wohin der künftige Weg führt”


So lautet heute im Miesbacher Merkur die Bildunterschrift zum Artikel “Realschul-Neubau: Alles auf Anfang?”


Da stutzt man als Bürger doch einen Moment und fragt sich, wer denn wirklich orientierungslos ist in der ganzen Debatte - Zuchtverband/Aussiedlung/Realschule?


Der Zuchtverband? Der vielleicht doch festgestellt haben wird, daß ein Neubau, wo auch immer, ein möglicherweise zu teures Unterfangen ist, und deshalb die Renovierung wieder in Betracht zieht.


Oder die Stadt Miesbach? Die auf der einen Seite nicht müde wird zu betonen, wie wichtig der Verbleib des Zuchtverbandes in Miesbach ist, um dann, kaum daß dieser einen Verbleib und Renovierung am Standort doch in Betracht zieht, durch die Frau Bürgermeisterin indirekt mit hohen und somit teuren Auflagen droht. Denn immerhin handle es sich ja beim aktuellen Standort um ein Wohngebiet. Daß der Zuchtverband dort schon seit 116 Jahren residiert, scheint darüber in Vergessenheit geraten zu sein. 

Nicht zu vergessen, daß die Stadt Miesbach dem Zuchtverband zwei Grundstücke zur Aussiedelung angeboten hat, die lt. Naturschutzbeirat nicht zur Bebauung geeignet sind und die Bebauung zudem gegen geltendes Recht verstößt. Hat hier die Stadt vielleicht ihre Hausaufgaben nicht erledigt? In der Regel prüft man seine Ware doch, bevor man sie anbietet. So machen das zumindest die seriösen Kaufleute. 


Oder der Landkreis? Der zunächst Miesbach aufgrund eines konkurrenzlos günstigen Konzeptes, basierend auf einem Neubau auf dem alten Krankenhausgelände, den Zuschlag für einen Realschulneubau erteilt. Nur um dann, einige Monate später dieses vormals gelobte Konzept wieder zu verwerfen, um einen Neubau auf einem wesentlich teureren Grundstück zu favorisieren. Obwohl parallel vom Landrat eine umfassende Studie zum Thema Schulbedarfsplanung und Schülerentwicklung im Landkreis in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse dieser, sicher sinnvollen Studie werden für Mitte nächsten Jahres erwartet. Die zeitliche Abstimmung scheint hier etwas durcheinandergeraten zu sein.


Nicht orientierungslos, sondern kopflos scheint mir bei so vielen Planungspannen und Hin-und Hers, Vor- und Zurücks eher der richtige Ausdruck. 


Als Bürger und Steuerzahler kann man hier leicht den Eindruck gewinnen, daß die Beteiligten nicht sehr sorgfältig ihre Hausaufgaben erledigt haben, und leider ohne Plan agieren. Es wird Zeit für die Stadt Miesbach, endlich einen Plan zu erstellen. Der letzte offiziell genehmigte und bekannte Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan ist von 1984. 


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