Sonntag, 28. September 2008

"Wir bauen doch hier kein Atomkraftwerk..."

so wird Stadtrat Pohl im Miesbacher Merkur zitiert.


Lieber Herr Pohl, 


der Aufwand, der hier in der Gemeinde und damit auch im Landratsamt betrieben wird, läßt durchaus auf ähnliche Bedeutung des Vorhabens wie einen Atomkraftwerksbau schließen. Ähnlich wie bei Atomkraftwerken werden auch in Miesbach unübliche Verfahrensweisen - Herausnahme dreier Gebiete auf "Vorrat" aus dem Landsschaftsschutz - gewählt, um für ein Gewerbe einen neuen Standort zu finden, obwohl es schon einen passenden hat, oder leicht im neuen Gewerbegebiet bauen könnte. 


Sie plädieren weiterhin dafür, die Emotionen nicht so anzuheizen. Das ist sicher eine gute Idee, aber der Stadtratsbeschluß, 3 weitere große Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet zu nehmen, ist hier sicher kontraproduktiv. Denn hier geht es um die Heimat der Menschen: Unser Oberland, das weit über die Grenzen Bayerns für seine einmalige Schönheit bekannt ist, und deshalb jährlich von Tausenden Touristen und Erhohlungssuchenden besucht wird. 


Heimatverbundenheit ist ein Gefühl, Herr Pohl, und wenn diese Heimat bedroht wird, dann reagieren die Menschen emotional. Das ist vorhersehbar, und sollte einen Politiker nicht weiter verwundern. 


Ich schlage deshalb vor, daß Sie sich um eine sinnvolle, landschaftsverträgliche Lösung im Sinne der Miesbacher bemühen, um die Emotionen klein zu halten.  Dazu sollten Sie dem Zuchtverband, wie jedem anderen Gewerbe, im dafür vorgesehenen Gewerbegebiet einen Grund anbieten. Damit wäre der Zuchtverband am Ort gehalten, und unser einmaliges Gut, die Landschaft würde nicht noch weiter geschädigt.


Dazu sind sie als Mitglied des Stadtrates einer Oberländischen Stadt ohnehin verpflichtet, nachzulesen im "Regionalen Entwicklungsplan für das Oberland", herausgegeben im Auftrag des bayr. Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie:


"... Die Region (das Oberland) ist ökologisch und landschaftsästhetisch besonders sensibel. Es ist daher unerlässlich, den Schutz der natürlichen Ressourcen dauerhaft zu gewährleisten. Schönheit und weitgehende Unversehrtheit der Landschaft sind das große Kapital der Region und Grundlage des bedeutenden Wirtschaftsfaktors Fremdenverkehr und Naherholung."

Mit emotionalen Grüßen

Petra Gerling


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