Montag, 13. Oktober 2008

Klare Worte

Heute habe ich folgenden Kommentar zum Leserbrief (siehe Scan weiter unten) von Gottfried Priller, Miesbacher Merkur vom 11./12.Oktober an den Miesbacher Merkur mit der Bitte um Veröffentlichung geschickt:


Herr Priller spricht aus, was sich vielleicht viele nicht zu sagen trauen. Die Stadt Miesbach und der Landkreis haben ihre eigenen Pläne mit einem Grundstück, welches ihnen bekanntermaßen gar nicht gehört. Der Aussiedlungswunsch des Zuchtverbandes kommt da vermutlich ganz gelegen.  Schlecht ist nur, daß die Stadt kein wirklich geeignetes Grundstück im Tausch zu bieten hat, deshalb soll der Zuchtverband ins Landschaftsschutzgebiet, egal wie, auch wenn sich keiner der Standorte wirklich eignet. 


Beide Standorte sind “naß” und nur mit sehr kostenintensive Maßnahmen überhaupt zur Bebauung geeignet. Zusätzlich kämen ja noch Erschließungskosten und Straßenbaumaßnahmen in nicht bekannter Höhe hinzu. Wer das zahlen soll, ist noch völlig offen. 

Die Stimmen der Züchter, die für eine Renovierung der Oberlandhallle und den Verbleib des Zuchtverbandes am alten Standort plädieren, mehren sich indes. Aber Aussiedelung oder Renovierung - das ist eine Entscheidung, die der Verband mit seinen Mitgliedern alleine zu treffen hat. 


Wir, die Bürgerinitiative haben dem Zuchtverband und auch den Vertretern der Stadt Miesbach mehrfach dargelegt, daß es den Miesbacher Bürgern am liebsten wäre, die Oberlandhalle würde renoviert, und der Zuchtverband bliebe am jetzigen Standort, dort wo er Teil ihrer Tradition geworden ist. Dies haben die Bürger auch mit mehr als 500 Unterschriften auf einer Liste, die am 22.09.2008 der Bürgermeisterin übergeben wurde, zum Ausdruck gebracht.


Aber das scheint keinen zu interessieren, zu groß sind die Eigeninteressen. Erfolgreiche Projekte für die Stadt müssen her. Schließlich steht im Frühjahr die Bürgermeisterwahl ins Haus. 

Da fragt man sich einmal mehr, was ist der Wille der Bürger denn noch wert? 

Ich möchte an dieser Stelle Chefredakteur Norbert Kotter zitieren, der in seinem Artikel vom 29.09.2008, einen Tag nach der Landtagswahl, geschrieben hat: “Eine Parallele zur Kommunalwahl, aus der die Verlierer offenbar nicht viel gelernt haben.” 

Steht zu befürchten, daß die Verlierer auch diesmal nichts lernen. Möglicherweise hat das Ganze aber zumindest für die Bürger Miesbachs doch noch eine gute Seite, denn die von ihm beobachteten politischen Verschiebungen in Bayern geben möglicherweise genug Spielraum für Veränderungen, auch in Miesbach. 




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